Wir machen eure Kleidung: Bio-faire Mode aus Cusco

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Die Menschen hinter unseren Produkten: Sie sind uns wichtig und wir sind wichtig für sie. Seit einigen Jahren führen wir bei Chic Ethic in Graz Kleidung des bio-fairen Vorzeige-Modelabels „anzüglich“. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick hinter die Kulissen und zeigen jene Frauen, die für „anzüglich“ bio-faire Mode in Cusco, Peru, produzieren.

Ja, es ist ein kleines Wunder, dass es solche Kleidung gibt… und es steckt ganz viel Engagement in den unterschiedlichsten Stationen der Produktionskette. Das Label „anzüglich“ der Wiener Designerin Bawi Koszednar ist so eine Art Idealfall: Qualität, Design UND Produktionsbedingungen sind auf höchstem Niveau angesiedelt.

Das Team von ANPI, fotografiert für die Fashion Revolution Week 2018 (Bild: anzüglich fair fashion)

Eine Fair Trade Schneiderei in der Inkahauptstadt Cusco

Die Schneidermanufaktur „ANPI“ hat ihren Sitz in Cusco, Peru. Die Stadt im Südosten von Peru war einst die Hauptstadt des Inka-Imperiums. ANPI ist ein eigenes Produktionsunternehmen, das für das Wiener Modelabel „anzüglich“ bio-faire Kleidung herstellt. Abgesehen vom bio-fairen Hintergrund, der für sich schon genug Herausforderung darstellen würde, weist dieses Projekt noch eine weitere Besonderheit auf: In der Manufaktur arbeiten vorwiegend gehörlose Frauen! Dass dieser Umstand das Arbeiten nicht gerade einfacher macht, kann sich jeder vorstellen.

Was bedeuten nun die „fairen Arbeitsbedingungen“? Dinge, die uns in Europa selbstverständlich scheinen, die es in vielen Ländern der Welt aber nicht sind: Geregelte Arbeitszeiten; Arbeitsverträge, in denen Rechte und Pflichten geregelt sind; Kündigungschutz bei Krankheit, eine gerechte Entlohnung, Recht auf Urlaub, definierte Sozialleistungen; eine sichere, saubere, helle Arbeitsumgebung.

Wenn man die stolzen Schneiderinnen in ihrer hellen, geräumigen Werkstatt sieht, bekommt man ein Gefühl dafür, was ein erfolgreiches Fair Trade Projekt ausmacht.

Das Team von ANPI in ihrer üblichen Arbeitskleidung, fotografiert für die Fashion Revolution Week 2018 (Bild: anzüglich fair fashion)
In der peruanischen Werstatt beim Check der Muster und Schnitte (Bild: anzüglich fair fashion)
Der Nähraum, in dem die Kollektionen produziert werden (Bild: anzüglich fair fashion)
Prüfung und Etikettierung der Kleidungsstücke (Bild: anzüglich fair fashion)

Fair Trade UND bio: der „Königsweg“

Der Faire Handel muss nicht unbedingt etwas mit biologischem Anbau zu tun haben. Und Bio-Produkte nicht unbedingt etwas mit fairen Arbeitsbedingungen. So können z.B. zertifizierte Bio-Tomaten durchaus von ausgebeuteten, illegalen Schwarzarbeitern produziert werden; Genauso können Produkte unter nachgewiesen fairen Arbeitsbedingungen hergestellt sein, die aus konventionellen Materialien bestehen.

Wer beides verbindet, beschreitet den „Königsweg“: Die Herstellung von Bio-Produkten unter sozial einwandfreien, fairen Arbeitsbedingungen. Das Wiener Modelabel „anzüglich“ geht mit der Näherei in Peru diesen Weg. Für die Kleidung kommt ausschließlich zertifizierte Bio-Baumwolle zum Einsatz. Dieses peruanische Bio-Baumwolle ist von hervorragender Qualität, was man sofort spürt, wenn man ein so einen Stoff in den Händen hat. Durch externe Zertifizierungen und regelmäßige Qualitätskontrollen wird nicht nur die Bio-Herkunft überprüft, sondern auch die Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen beim Baumwollanbau selbst. Nur so kann auch das strenge Label GOTS erreicht werden, mit dem die Kleidungsstücke ausgezeichnet sind.

Der Einsatz von Bio-Baumwolle bedeutet aber nicht nur einen Qualitätsunterschied beim Endprodukt, der fertigen Kleidung, die schließlich wir als KonsumentInnen in Europa kaufen und tragen. Beim Bio-Anbau werden Monokulturen vermieden, es wird Wasser gespart und auf den Einsatz von gesundheits- und umweltschädigenden Pestiziden, Insektiziden und chemischen Düngemitteln verzichtet. Das macht diese Anbauform nicht nur wesentlich nachhaltiger und umweltfreundlicher, sondern auch gesünder für alle, die mit der Baumwolle in Berührung kommen – die Bauern und Bäuerinnen, die ErntehelferInnen, die TextilarbeiterInnen, und auch die KonsumentInnen, die die Kleidung am Ende tragen.

Fairer Handel verändert Leben: stolz und schön!

Vor Kurzem erreichte uns aus Cusco ein Bild der Näherinnen von „ANPI“ mit dem Wiener Team von „anzüglich“: Es zeigt die Frauen nicht bei der Arbeit, an ihren Nähmaschinen oder Schneidertischen, in Arbeitskleidung – ein Bild, wie man es aus der Textilproduktion, auch aus der Fair-Trade-Produktion, häufig kennt. Nein, es zeigt die Frauen in jenen eleganten Kleidern, die sie in ihrer Werkstatt nähen und die von uns Kundinnen in Europa gekauft werden – als starke und selbstbewusste Akteurinnen des Fairen Handels. So stolz und schön!

Die Schneiderinnen von ANPI aus Cusco, Peru.

Unsere Überzeugung ist: Der Faire Handel verändert Leben. Und zwar nicht nur das Leben von ein paar Menschen auf dieser Welt, sondern von hunderttausenden Familien. Wir freuen uns, dass wir als Fair Trade Shop gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden, unseren Lieferanten und unseren Produzentinnen Teil dieser Veränderung sind!

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