Die Geschichte vom Licht: Das Fair Trade Kultobjekt „Sonnenglas“

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Als kultige Deko-Leuchte hat das Sonnenglas Europa in den letzten Jahren erobert: Mehr als drei Millionen Exemplare des cleveren Solarlichts wurden schon verkauft. Dahinter steckt eine Idee, die im Ursprungsland des Sonnenglases im wahrsten Sinne des Wortes Licht ins Dunkel bringen – und sogar Leben retten kann.

Tagsüber speichert es Energie – und in der Nacht leuchtet es. Das ist die einfache, aber geniale Idee hinter dem Sonnenglas. Erfunden hat die kultige Solarleuchte im Einmachglas der Deutsche Stefan Neubig. 2012 machte er sich selbstständig, setzte in Johannesburg (Südafrika) seine Idee in die Realität um – und legte damit den Grundstein für ein äußerst erfolgreiches Fair-Trade-Projekt.

Sonnenlicht im Einmachglas

Moderne LED-Technologie, verpackt in einem nostalgischen Einmachglas: Das ist das Sonnenglas. Tagsüber ins Licht gestellt, speichert das Solarmodul im Deckel die Sonnenenergie und kann diese abends und in der Nacht mittels vier LEDs, die sich ebenfalls im Deckel des Glases befinden, wieder abgeben. Diese Methode der Lichterzeugung ist einfach, preisgünstig und umweltfreundlich – und perfekt geeignet für Orte ohne Stromversorgung. Außerdem kann ihr kein Wind etwas anhaben.

Dank seines kultigen Designs und seiner vielseitigen Einsetzbarkeit erfreut sich das Sonnenglas in Europa längst großer Beliebtheit. Egal, ob als Gartenlampe, für den romantisch gedeckten Tisch, bei Grillpartys, beim Campen, zur Dekoration, im Wohnzimmer, am Balkon oder im Garten – das Sonnenglas eignet sich für alle Gelegenheiten, bei denen man nach Sonnenuntergang eine gemütliche, idyllische Abendstimmung erzeugen möchte.

Eine Leuchte, die Leben rettet

Aber auch in seinem Herkunftsland Südafrika erfreut sich das Sonnenglas großer Beliebtheit – und kann dort im wahrsten Sinne des Wortes Leben retten: In den südafrikanischen Townships wie Soweto oder Alexandra – Stadtteilen, in denen vor allem die schwarze (zumeist arme) Bevölkerung des Landes lebt – gibt es oft keinen Strom. Deshalb behelfen sich dort viele Menschen mit Kerzen, um auch nach Sonnenuntergang noch Licht zu haben.

Die Häuser der Township-BewohnerInnen bestehen aber oft aus Holz oder anderen leicht brennbaren Materialien. So entstehen durch den Kerzeneinsatz oft folgenschwere Brände, die nicht nur die Wohnungen der Menschen zerstören, sondern auch ihr Leben gefährden können. Das Sonnenglas kann hier Abhilfe schaffen, indem es kostengünstig Licht erzeugt, ohne eine Brandgefahr darzustellen. Für die BewohnerInnen der Townships ist der Kauf der Solarleuchte zwar eine kostspielige Investition; das Sonnenglas ist aber nicht nur wesentlich sicherer als Kerzen, sondern langfristig gesehen auch rentabler.

Erfolgreiche Fair-Trade-Produktion

Aus den Townships rund um Johannesburg kommen auch viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Sonnenglas-Produktion. 2012 startete Stefan Neubig mit zwölf zuvor arbeitslosen Männern und Frauen aus Südafrika die Herstellung der Solarleuchten. Heute, sechs Jahre später, bietet das Projekt über 60 zuvor Langzeitarbeitslosen aus den Townships Alexandra und Soweto eine Beschäftigung. So bringt das Sonnenglas nicht nur Licht in das Leben vieler Menschen, sondern auch die Chance auf Arbeit, die eine menschenwürdige Existenz in der eigenen Heimat ermöglicht.

Übrigens: Das Sonnenglas erzeugt nicht nur umweltfreundlich Licht, schon in der Herstellung wird auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit geachtet. Deshalb werden in der Produktion hauptsächlich lokale Materialien eingesetzt. 90 Prozent der verwendeten Kabel sind recycelt bzw. upgecycelt, auch Glas und Metallteile werden aus Recyclingprodukten hergestellt. Und am Ende seiner Lebensdauer ist das Einmachglas der Solarleuchte ebenfalls zu 100% recycelbar.


Im August 2017 hat sich auch das deutsche Galileo-Magazin das Sonnenglas und die Fair-Trade-Produktion in Johannesburg genauer angesehen.

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