Viele Menschen in Österreich und Europa wollen möglichst günstige Produkte. Das ist verständlich – jeder möchte viel für sein Geld bekommen. Gleichzeitig wissen viele, dass die Arbeitsbedingungen in manchen Produktionsländern sehr schlecht sind. Genau hier entsteht ein Problem: ein Widerspruch. Warum?
In Europa gibt es klare Regeln: Arbeiterinnen und Arbeiter haben Anspruch auf Mindestlohn, feste Arbeitszeiten, Pausen, Urlaub und soziale Absicherung. Das kostet Unternehmen Geld. Deshalb sind Produkte, die unter solchen -fairen- Bedingungen hergestellt werden, meist teurer als Produkte aus Billigländern. (Das ist ein Faktum, sollte aber kein Grund sein, die erreichten Sozial- und Umwelt- Standards abzuschaffen, ganz im Gegenteil.)

Keine oder kaum Arbeitsrechte in vielen Ländern
Viele Produkte werden heute in Ländern hergestellt, in denen es solche Rechte kaum gibt oder sie nicht eingehalten werden. Dadurch können Firmen billiger produzieren. Die Menschen dort arbeiten oft unter sehr schlechten Bedingungen – manchmal unter Umständen, die wir uns kaum vorstellen können.
Auch wir, meine Frau Hélène und ich, haben auf unseren Reisen solche Ausbeutung gesehen. Kinderarbeit, gefährliche Arbeitsbedingungen, gesundheitsschädigende Stoffe, extreme Arbeitszeiten, Unterbezahlung, körperliche Gewalt und Diskriminierung sind in vielen Ländern und Arbeitsbereichen leider üblich.
Der Widerspruch
Hier liegt der Widerspruch: Wir wollen möglichst niedrige Preise, aber auch faire Arbeitsbedingungen für alle. Beides gleichzeitig ist jedoch nicht möglich. Denn Fairness hat ihren Preis. Wie auch Umweltschutz.
Dieser Widerspruch zeigt sich auch beim Einkaufen: Viele sagen, faire Produktion ist ihnen wichtig. Trotzdem greifen sie oft zum billigeren Produkt. Unternehmen reagieren darauf und versuchen, noch günstiger zu produzieren. Der Druck wird dann an die Arbeiterinnen und Arbeiter und an die Umwelt weitergegeben.
Am Ende bleibt eine einfache Frage
Es gibt Versuche, das zu verbessern, zum Beispiel durch strengere Gesetze für Lieferketten. Aber solange der Preis das wichtigste Kriterium bleibt und faire Arbeit sowie Umweltschutz nicht mitbezahlt werden, ist das sehr schwierig.
Am Ende bleibt eine einfache Frage: Wie viel sind uns faire Arbeit und Umweltschutz wirklich wert?
