(No) Fashion Victims: Wie Fairer Handel die Modebranche verändert

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Die Modeindustrie ist vielfach eine schmutzige Branche. Das fängt bei der Schadstoffbelastung in der Faserherstellung an, zieht sich über unvorstellbare Arbeitsbedingungen für die Textilarbeiter*innen hin bis zum Einsatz schädlicher Mittel zum Färben und Nachbearbeiten der Textilien. Aber es geht auch anders.

Es ist ein offenes Geheimnis: Textilverarbeitung und Modeproduktion sind oft ein schmutziges Geschäft. Die Fasern unserer Kleidung werden entweder chemisch oder, selbst bei Naturfasern wie Baumwolle, unter starkem Einsatz von Chemikalien hergestellt. Pestizide, Herbizide und andere Pflanzenschutzmittel stehen in der konventionellen Faserproduktion an der Tagesordnung. Dabei sind diese Stoffe umwelt- und auch gesundheitsschädigend – einerseits für die Bauern und Bäuerinnen, die Textilarbeiter und -arbeiterinnen. Andererseits aber auch für uns KonsumentInnen: Herkömmliche Kleidung muss bis zu zehn Mal gewaschen werden, bis alle Schadstoffe herausgewaschen sind.

Schlechte Arbeitsbedingungen, Hungerlöhne

Wohlbekannt sind auch die halsbrecherischen Arbeitsbedingungen in der Textilbranche. Kinderarbeit, Hungerlöhne, Akkordarbeit unter höchstem Zeitdruck – es klingt nach allzu plakativen Schlagworten, ist aber in Produktionsstätten oft die Regel. Trauriges Augenmerk erhielten die unsagbaren Zustände, wie sie in vielen Textilfabriken herrschen, durch den Einsturz des Rana Plaza in Bangladesh im April 2013: Über 1.000 TextilarbeiterInnen verloren bei dem Einsturz der Fabrik ihr Leben.

Der Einsturz des Rana Plaza ist zu einer Art Symbol dafür geworden, was falsch läuft in der Textilproduktion – rund um den traurige Jahrestag erinnert seither jedes Jahr die Fashion Revolution Week daran, dass es auch anders gehen muss.

Alternativen entlang der ganzen Produktionskette

Und es geht tatsächlich anders: Die Stoffe, die für unsere Fair-Trade-Mode verwendet werden, stammen hauptsächlich aus kontrolliert biologischem Anbau. Siegel wie das GOTS-Zertifikat, das zum international wichtigsten Standard für bio-faire Baumwolle geworden ist, garantieren schon beim Faseranbau sowohl Bio-Herkunft als auch die Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen.

Das zieht sich auch in der Produktion weiter:  In Fair-Trade-Betrieben werden gute und sichere Arbeitsbedingungen in Einklang mit Fair-Handels-Kriterien und Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) geschaffen. Auch hier sorgen unabhängige Organisationen wie Fairtrade International (FLO), die World Fair Trade Organization (WFTO) oder die Fair Wear Foundation und Zertifizierungen wie eben GOTS für Transparenz. Die Einhaltung der Sozial- und Umweltstandards ist dadurch gewährleistet.

Dass davon am Ende aber nicht nur die Produzent*innen, sondern auch wir als Konsumentinnen und Konsumenten profitieren, darum geht es in unserem September-Inserat im Grazer Straßenmagazin „Megaphon“. Als EndverbraucherInnen haben wir von bio-fairer Produktion schadstofffreie Kleidung, die sich gut anfühlt, gut aussieht und unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wurde. Oder anders gesagt: Fashion ohne Fashion Victims.

Keine „Fashion Victims“ im Fairen Handel: Anders als bei konventioneller Textilproduktion geht es bei bio-fairer Kleiderherstellung umweltfreundlich und ethisch einwandfrei zu (Foto: ARMEDANGELS)

 

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